Review: Verlockung des Mondes by Kresley Cole

Samstag, 12. Dezember 2015


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„Uilleam MacRieve glaubt, seine dunkle Vergangenheit hinter sich gelassen zu haben. Doch als nach grausamer Folter seine Erinnerungen zurückkehren, sehnt er nur noch seinen Tod herbei. Bis er der schönen Chloe Todd begegnet, die als Sklavin verkauft werden soll. MacRieve rettet Chloe und entdeckt dabei eine Leidenschaft in sich, die er längst für verloren hielt.

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Lange, lange ist es her, dass ich Paranormal Romances entdeckt und mich komplett in diesem Genre verloren habe. Kresley Cole war neben Nalini Singh, Gena Showalter und Christine Feehan eine der ersten Autorinnen, die ich aus diesem Genre gelesen habe und durch sie alle habe ich mein Herz daran verloren. Noch Jahre später kann ich mich nicht losreißen und freue mich, dass mich all diese Autorinnen so lange begleitet haben. Wie es aber so oft der Fall ist, erreicht jeder einmal den Punkt der Übersättigung und die Immortals After Dark Reihe betreffend war dieser für mich nach Band 12 gekommen bzw. als Kresley Cole die Spin Off Reihe begann. Egal wie begeistert ich über diese Entwicklung erst war, ich habe mit der Spin Off Reihe nie begonnen (die übrigens bis heute nicht über diesen ersten Band hinausgeht) und auch die Immortals After Dark Reihe blieb für die letzten drei Jahre von mir unangetastet.

Man ist von Kresley Cole, ihren Charakteren und Plotentwicklungen schon einiges gewöhnt, aber sie schafft es immer wieder diese Grenze auszudehnen. Die Autorin geht mit den Themen Gewalt oder Sex nicht gerade zimperlich um und kommt der jeweiligen Schmerzgrenze ihrer Leser oft gefährlich nahe. Trotzdem hat sie es immer noch geschafft wieder zu einem Punkt zurück zu kehren bei dem man sich nicht unwohl fühlt. Die Charaktere sind oft extrem in ihrem Verhalten, verändern sich aber zum Positiven, wenn sie mit (in den meisten Fällen) ihrer Gefährtin zusammen kommen (da doch die Helden die tortured heroes sind und weniger die Frauen). In „Verlockung des Mondes“ schlägt Kresley Cole erneut diesen Weg ein, schafft es für mich aber nicht rechtzeitig eine Veränderung einzuleiten. So blieb mir MacRieve lange zu aggressiv und feindselig und es bleibt den Nebencharakteren, im Besonderen seinem Zwillingsbruder Munro, überlassen sein absolut unmögliches Verhalten (ich möchte ein bestimmtes Wort nicht verwenden, ihr könnt es euch aber gerne selbst denken) Chloe gegenüber auszugleichen. Während die Hintergrundgeschichte der Reihe hier keine Entwicklung erlebt, sind es die sympathischen und offenen Nebencharaktere, die für positive Stimmung sorgen und etwas Humor vermitteln.

Den Anfang fand ich noch sehr schön (MacRieve zeigt seine einfühlsame Seite, man erlebt das enge Verhältnis zu seinem Bruder und erlebt wie sehr in bestimmte Ereignisse in seiner Kindheit geprägt haben), als jedoch eine bestimmte Information bekannt wird, kippt die Stimmung. An dieser Stelle hat mich die Autorin verloren, denn es gab in der Reihe bereits ähnliche Situationen und die Helden haben jedes Mal besser reagiert, als es hier mit MacRieve der Fall war. Bei ihm kam ab da seine aggressive Seite hervor und von den zarten Gefühlen zuvor blieb fürs Erste nicht viel übrig. Kresley Cole findet für ihre Helden die perfekten Gefährten und einen Seelengefährten zu finden ist für jeden das wonach er strebt. Dieser Vorstellung wird grade bei den Lykae eine große Bedeutung zugeschrieben und Gefährten als etwas Besonderes angesehen. Sie werden geschätzt und müssen beschützt werden. Mit dem Verhalten von MacRieve verrät die Autorin diese Vorstellung aber und in diesem Fall hätte die Heldin leider von ihrem eigenen Gefährtin Schutz nötig gehabt. Das ging sogar so weit, dass ich mir für Chloe einen anderen Helden gewünscht habe, der sie akzeptieren kann. Zwar lenkt Kresley Cole doch noch ein, aber wie sagt man so schön – zu wenig, zu spät.

Der zweite Kritikpunkt, der etwas weniger ins Gewicht fällt, ist die Nebenhandlung rund um Munro MacRieves Zwillingsbruder. Er steht MacRieve und Chloe stets zur Seite und versucht später auch die Wogen zwischen ihnen zu glätten. Er ermutigt sie hinter die offensichtlichen Tatsachen zu blicken und den Menschen wieder zu finden, den sie zuerst kennen gelernt haben. Als sich an einem bestimmten Punkt für ihn selbst alles zu verändern beginnt, war ich der festen Überzeugung die Autorin schafft hier den Übergang zum nächsten Buch und damit zu seiner Geschichte. Der Epilog deutet genauso darauf hin, aber bei näherer Recherche wird klar, dass sich keine der kommenden Geschichten um Munro drehen wird. Das hinterlässt bei mir einen schalen Beigeschmack, weil einem etwas versprochen wird, das es an dieser Stelle nicht gibt und in naher Zukunft nicht geben wird.

Schlussendlich dominierten in „Verlockung des Mondes“ die negativen Gefühle, es blieb kaum Platz für Romantik und Liebe. Während der Beginn noch so schön war und die Geschichte viel Potential hatte, ging es mit der Stimmung schnell bergab. Das schnelle Ende konnte daran nichts ändern, weil diese letzte Entwicklung der Charaktere nicht verständlich erscheint, sondern überstürzt, weil ja die letzte Seite naht. Zur Mitte hin hätte die Autorin die Szenen gerne kürzen und sich dafür mehr Zeit für das Ende nehmen können. Die Wertung direkt nach dem Lesen war noch vorsichtig positiv und ordnet die Geschichte dem Mittelfeld zu, rückblickend behält man allerdings die negativen Aspekte in Erinnerung und Enttäuschung macht sich breit. Kresley Cole kann es besser und ich hoffe, dass sie das in ihrem nächsten Buch unter Beweis stellt.

Kommentare:

  1. Also ich muss sagen, dass du mich mit dieser Rezi darin bestätigt hast, dass ich nicht mehr weiter lesen werde. Ich bin aber nur bis Band 6 gekommen.
    LG
    Sunny

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    1. Ich lese grade sogar schon den nächsten Band, aber mir ist vorher nie aufgefallen wie aggressiv die Stimmung oft ist und wie sehr sich die Charaktere zuerst nicht mögen :/ ich kann gut verstehen, dass das nicht jedem zusagt.

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