Review: Lady Celias gewagter Plan by Sabrina Jeffries

Donnerstag, 7. August 2014

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„Lady Celia Sharpe sucht nach einem passenden Ehemann, um das Ultimatum ihrer Großmutter zu erfüllen, die sie enterben will, sollte sie nicht bald heiraten. Sie beauftragt den Privatermittler Jackson Pinter, mögliche Kandidaten auszuspionieren, ohne jedoch zu ahnen, dass Pinter selbst ein Auge auf sie geworfen hat.

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Die Hellions of Halstead Hall Reihe zählt mit zu meinen Einsteigerbüchern in das Historical Romance Genre und ist neben den Bridgertons von Julia Quinn die Reihe, die ich am längsten verfolge und bei der ich die meisten Bände gelesen habe. Dabei konnte Sabrina Jeffries immer überzeugen, auch wenn es natürlich kleine Hoch und Tiefs in der Reihe gab. Nichtsdestotrotz habe ich lange auf die Geschichte von Celia und Mr. Pinter gewartet. Da musste ich sie natürlich schnell zwischen meine Finger bekommen. Abgesehen von ein paar Längen zur Mitte hin, war es erneut eine schöne Geschichte, obwohl ich glaube, dass die Autorin mehr daraus hätte machen können. Teilweise fand ich vorherige Wortgefechte und Aufeinandertreffen der beiden besser als sie hier waren.

Die Stärke dieser Reihe sah ich immer in den Charakteren selbst und in ihrer Interaktion. Nie ist nur das Pärchen für sich alleine im Mittelpunkt, die Familie spielt immer eine wichtige Rolle. Mal kommen sie mehr, mal weniger vor, aber sie sind da und mischen sich auch gerne mal in das Leben des jeweils anderen ein. Wenn es darauf ankommt können sie zueinander halten und man sieht sehr schön, dass für sie Familie das Wichtigste ist. Ein schönes Detail am Rande war für mich zudem die Liebesgeschichte rund um Großmutter Hetty, die bis zum Schluss nicht auslernt und ihre Enkel weiter beeinflussen möchte.

Jackson Pinter begleitet uns seit dem ersten Band und wir haben ihn als ernsten, manchmal etwas formellen jungen Mann kennen gelernt, der sich in seinem Beruf hochgearbeitet hat und ehrgeizige Ziele verfolgt. Hier lernen wir eine ganz andere Seite an ihm kennen, die zeigt, dass er auch verletzlich und unsicher sein kann. Und das nicht nur in beruflicher Hinsicht (ich sage nur, Selbstbewusstsein schadet nie!), sondern auch bei Celia. Er fühlt sich ihr nicht würdig und jede noch so kleine Aussage, die auch nur ansatzweise in diese Richtung deuten kann, greift er auf und legt sie so aus, dass er nie gut genug für Celia sein könnte. Das kann ich zwar zu einem Teil nachvollziehen, auf Dauer fand ich es traurig, dass er sich nicht früher stärker für sie einsetzte.

Celia dagegen hätte ich aus den vorherigen Bänden auch anders eingeschätzt. Alleine ihre Grundeinstellung zum Ultimatum ihrer Großmutter unterscheidet sich von jenen ihrer Geschwister. Im Laufe der Geschichte konnte sie mich immer wieder positiv überraschen – sie steht zur ihrer großen Leidenschaft und wünscht sich nichts sehnlicher, als einen Mann zu finden, der sie so akzeptiert wie sie ist. Zwar wäre sie bereit Abstriche zu machen, sich auch zu verändern, aber im Grunde ihres Herzens möchte sie frei sein. Bei ihr sind es nicht Ansehen und schicke Kleider, die ihr Leben prägen, Celia zeigt, dass sie sich in einfachen Verhältnissen genauso wohl fühlt. Sie ist unkompliziert und lebensfroh. Mit ihrer Neugierde und Begeisterung konnte sie mich schon früh von sich überzeugen.

Der größte Schwachpunkt bezieht sich auf einen Aspekt, der nicht nur bei diesem Band, sondern in der ganzen Reihe eine Rolle spielte. Nämlich die Hintergrundgeschichte rund um die Ermordung der Eltern der fünf Sharpe Geschwister. Dieser Part hat mich schon im ersten Band nicht interessant, in den nachfolgenden Geschichten noch weniger und auch hier hätte ich gut darauf verzichten könnten. Dabei wird dieser Handlungsstrang endlich zu einem Abschluss gebracht! Leider fand ich es zu keinem Moment spannend, die Ermittlungen haben sich vielmehr hingezogen und im Nachhinein betrachtet war es wenig spektakulär. Zu Beginn der Geschichte hatte ich noch erwartet, dass dieser Part mehr Raum einnehmen würde, aber glücklicherweise war das nicht der Fall.

Für mich bedeutet dieser Band den Abschluss der Reihe, denn die Geschwister haben ihr Happy End bekommen und der letzte Band um Devonmont spricht mich nicht an. Ich sehe da auch keine zusammenhängende Hintergrundgeschichte, womit sich das für mich erledigt hat und ich weiß auch gar nicht, ob der deutsche Verlag diesen sechsten Band überhaupt übersetzen wird. Dennoch kann ich diese Reihe all jenen Lesern empfehlen, die sich unter den Historical Romances erst umsehen und nicht mit historischen Details erschlagen werden wollen. Dazu kommen sympathische und humorvolle Charaktere, die die Gesellschaft gerne provozieren und für sich selbst keine Grenzen kennen!

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