Review: Der Geschmack des Sommers by Sarah Ockler

Donnerstag, 14. August 2014

 
Delilahs Leben fällt überall auseinander: ihre schulischen Leistungen sind miserabel, sie hat einen Nicht-Freund, mit dem sie nichts außer der Möglichkeit zu vergessen verbindet, und die Beziehung zu ihrer Mutter Claire ist alles andere als harmonisch. Vor allem der große Familienstreit vor acht Jahren steht zwischen ihnen. Als ihre Großmutter plötzlich stirbt, kehrt Delilah mit Claire in das Haus zurück, in dem sie früher jeden Sommer verbracht haben. Und dort begegnet sie nicht nur der Vergangenheit, sondern auch Patrick – ihrem gut aussehenden Freund von damals...

***

Acht Jahre sind vergangen seit Delilah ihre Großmutter das letzte Mal gesehen hat. Fast vergessen sind die Sommer, die sie bei ihren Großeltern verbracht hat und die schönen Zeiten, die sie erleben durfte. Vom Familienleben ist nicht mehr viel übrig geblieben und es gibt tiefe Klüfte zwischen ihr und ihrer Mutter. Ihre Großmutter ist nun gestorben und so traurig das ist, so soll es für Mutter, Tochter und Tante doch einen zweiten Versuch in Sachen Familienleben mit sich bringen. Sarah Ockler hat hier mehr als ein Sommerbuch geschaffen – zu den leichten unbekümmerten Momenten, neuen Freundschaften, sonnigen Tagen voller Spaß, gesellen sich auch ernste Gedanken über die Vergangenheit, über Depressionen, über das eigene Leben und was man daraus machen möchte.

Delilah setzt sich schon früh mit der Vergangenheit auseinander. Bei dieser (erzwungenen) Pause von ihrem sonstigen Leben, merkt man direkt wie sie zur Ruhe kommt. Sie wird immer ruhiger, weniger aggressiv und nachdenklicher. Sie nimmt auf andere Rücksicht und gibt in Situationen nach noch bevor ein Streit ausbrechen kann. Ihrer Mutter kann sie sich nicht anvertrauen und während diese oberflächliche Erklärungen für Delilahs Verhalten sucht, stellt sie selbst das nicht richtig. Das habe ich eigentlich nicht verstanden, denn Delilah könnte hier gut Unterstützung gebrauchen und weiß man erst mal wie das Ganze aussieht, versteht man auch warum sie sich so verhält.

Mit jeder Kindheitserinnerung, jedem Geräusch, jedem Geruch, die sie den Besuchen bei ihrer Grandma zuordnen kann, lernt sie mehr über die Vergangenheit. Schon früh erkennt sie, dass sie wertvolle Zeit mit ihrer Oma verloren hat, obwohl hier noch nicht klar ist warum es zu diesem Streit kam weswegen der Kontakt dann abgebrochen wurde. Die Tagebucheintragungen ihrer jung verstorbenen Tante vermitteln ihr weitere Eindrücke und lässt sie weiter in das Familienleben weit vor dem Streit blicken.

Bei ihrer Mutter geht es immer nur um später, morgen, nicht jetzt. Alles wird aufgeschoben was persönlich sein könnte. Die Karriere ist ihr wichtiger und die Familie vergisst sie darüber. Und trotzdem rechtfertigt sie sich immer, wenn sie länger arbeiten muss oder genau den einen Anruf noch entgegen nehmen sollte. Man merkt also, dass da etwas nicht stimmt und dass sie die Arbeit auch als Ausrede nimmt. Ich hätte zu gerne einen Einblick in ihre Gedanken- und Gefühlswelt bekommen um auch ihre Entwicklung verstehen zu können.

Grade die Unterschiede sind es, die mir hier so gut gefallen haben – im einen Moment ist die Stimmung so entspannt und fröhlich, bevor man sich gegenseitig wieder Vorwürfe macht und nicht auf den anderen zugehen kann. Für mich wird es nicht das letzte Buch von Sarah Ockler gewesen sein. Zwischendurch hatte es zwar ein paar Längen, aber die Autorin regt zum Nachdenken an und zeichnet gleichzeitig eine schöne Liebesgeschichte, die auf vergangener Freundschaft beruht und darüber hinaus wächst.

Kommentare:

  1. Das klingt wirklich toll ♥ schöne rezi ♥
    Liebe Grüße
    Nasti ♥

    AntwortenLöschen
  2. Hallihallo!
    Das Buch ist schon seit Erscheinen auf meinem Wunschzettel! :)
    Bin schon sehr gespannt darauf. Schöne Rezi! ♥
    LG Nina

    AntwortenLöschen
  3. Danke ihr Lieben :) Ich hoffe, euch gefällt die Geschichte dann auch so gut!
    Liebe Grüße, Melli

    AntwortenLöschen
  4. Tolle Rezension, liebe Melanie.
    Ich habe bisher nur ein Buch von Sarah Ockler gelesen (irgendwas mit Sterne) und das fand ich nur mittelmäßig - aber dieses hier kommt auf meine Wunschliste.

    Liebe Grüße von
    Sabine

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Dann hoffe ich, dass dir dieses Buch hier besser gefallen wird! Bei der Autorin habe ich leider noch keine Vergleichsweise, aber die Thematik und die Umsetzung haben mir hier ja sehr gut gefallen und ich möchte gerne mal wieder was von ihr lesen.
      Liebe Grüße, Melanie

      Löschen

Hinweis: Nur ein Mitglied dieses Blogs kann Kommentare posten.