Review: The Fault in Our Stars by John Green

Mittwoch, 16. Oktober 2013


Paperback Ausgabe 316 Seiten
ISBN 9780141345659


Serie: Stand Alone
Deutsche Übersetzung: Das Schicksal ist ein mieser Verräter
Englischniveau: 1 (= leicht)





„Despite the tumor-shrinking medical miracle that has bought her a few years, Hazel has never been anything but terminal, her final chapter inscribed upon diagnosis. But when a gorgeous plot twist named Augustus Waters suddenly appears at Cancer Kid Support Group, Hazel's story is about to be completely rewritten.“

Review
The Fault in Our Stars ist ein Buch von ganz besonderer Art. Normalerweise mache ich um gehypte Bücher eher einen Bogen – je mehr ich über sie höre, desto weniger interessieren sie mich. Aber bei diesem Buch war das nicht der Fall, vielmehr wurde ich immer neugieriger je öfters ich es sah. John Greens The Fault in Our Stars war DAS Buch im Jahr 2012, für mich wurde es in kürzester Zeit zu einem der Highlights aus 2013. Und dennoch fällt es mir unheimlich schwer meine Eindrücke zu diesem Buch in Worte zu fassen.

„Nie hätte ich gedacht, dass mich eine Geschichte, die in diese Richtung geht, so ansprechen könnte, aber John Green ist es gelungen. Man weint, man grübelt, man nickt zustimmend. Ich habe viele Pausen machen müssen und auch so hatte ich oft mit den Tränen zu kämpfen und so manche vergossen. Die Charaktere, ihr Leben und ihre Sichtweise auf dieses treffen das Innerste. Ich habe mich mit ihnen verliebt und mit ihnen verloren. Und fühle mich dann ein bisschen alleine zurück gelassen mit all diesen Überlegungen zum Leben und zu mir selbst.“ Das waren meine Gedanken direkt nach dem Lesen, die ich noch mit Tränen in den Augen getippt habe. Mein Taschentuchvorrat war längst aufgebraucht und trotzdem konnte ich das Buch nicht aus der Hand legen. Das ist nun schon fast drei Monate her, aber die Worte bleiben die Gleichen, wenn es darum geht meine Gefühle zu dieser Geschichte in Worte zu fassen.

Hazel und Augustus sind unglaubliche Charaktere, deren Persönlichkeit absolut nicht der Personengruppe ihres Alters entspricht. Beide mussten sie die Diagnose Krebs verarbeiten und damit lernen umzugehen. Beide haben das auf unterschiedliche Art gemacht und doch führt sie das Schicksal zusammen. Und wie der deutsche Titel so schön beschreibt, das Schicksal kann schon mies sein. Man lernt die Charaktere kennen, sieht ihre unglaubliche Kraft und Stärke, erlebt mit ihnen die schwachen Momente mit, in denen man sich nur die Bettdecke über den Kopf ziehen und in Ruhe gelassen werden möchte. Momente des Glücks und der Freude und jene der Trauer, Hilflosigkeit und auch des Zorns begleiten den Weg. All diese Reaktionen sind gerechtfertigt und das zu akzeptieren fällt nicht immer leicht.

John Green schafft es nicht nur sehr ergreifende Einblicke in Hazels und Augustus Gefühlswelt zu vermitteln, er öffnet auch die der Nebencharaktere, die oft hilflos daneben stehen und zusehen müssen, dabei würden sie so gerne helfen. Für mich hat sich diese Geschichte einerseits so richtig angefühlt, andererseits hätte ich so gerne eingegriffen und den Weg der Protagonisten in eine andere Richtung gelenkt. Bei anderen Autoren mag das möglich sein, aber John Greens Ausdrucksweise ist viel zu stark um sie mit der eigenen Vorstellung überlagern zu können. Und so wird jeder zu einem gewissen Zeitpunkt in diesem Buch zu den Taschentüchern greifen müssen, egal ob er will oder nicht. Das Buch kann gar nicht anders, als zu berühren und darauf muss man einfach gefasst sein.

Ich verfolge auch den You Tube Kanal von John Green und da erhält man momentan immer wieder Einblicke in die Dreharbeiten zu The Fault in Our Stars, die dafür sorgen, dass mich das Buch immer noch beschäftigt und nicht mehr los lässt. Das ist mal ein Buch, bei dem ich mir sehr wahrscheinlich die Verfilmung ansehen werde, obwohl ich genau weiß was mich erwartet.

The Fault in Our Stars macht es einem nicht einfach. Man muss sich mit seinen eigenen Gedanken auseinandersetzen, überlegen, wie man wohl selbst reagieren würde, sich auf diese Gefühlsachterbahn einlassen und lernen mit Trauer und Verlust umzugehen. Das Ende ist eines, das ich zu Beginn so nicht erwartet hatte und doch zeigt es, dass man jeden Tag genießen und leben sollte. Krebsbücher sind doof, The Fault in Our Stars ist aber anders. Ob gut anders oder traurig anders muss jeder für sich selbst heraus finden.
 Inhalt und Cover © Goodreads.com

Kommentare:

  1. Manchmal gibt es nicht "gut oder traurig", manchmal braucht eine Geschichte auch das Traurige, um gut zu sein. :-)

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    1. Das stimmt allerdings. Aber traurig bleibt traurig und solche Bücher können einen emotional doch sehr mitnehmen.

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  2. Ich muss ja gestehen, das ich das Buch nach dem ersten Drittel abgebrochen habe. Mir war es irgendwie, ach, keine Ahnung. Lässt sich schlecht beschreiben, aber da ich in dem Bereich arbeite und täglich mit sterbenden Menschen umgehe, bin ich da einfach auch recht empfindlich. Ich fand es auch nicht schlecht, aber ich hatte einfach keine Lust mehr, es weiter zu lesen...

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    1. Das kann ich dir gut nachempfinden! Wenn ich beruflich und auch bei der Fortbildung mit dem Thema zu tun hätte, würde ich in meiner Freizeit auch nicht so ein Buch lesen wollen, dass einen noch mehr runterziehen kann :( egal wie ergreifend es ist. Da braucht man dann einfach etwas, das die Stimmung hebt und vom eigenen Alltag ablenkt.

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    2. Ich meide solche Bücher nicht komplett, aber wenn ich eines lese, dann geht es fast immer um Erwachsene, nicht Kinder oder Jugendliche...

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    3. Hast du mehr mit Kindern und Jugendlichen zu tun bei der Arbeit, dass du dann darüber nicht mehr lesen möchtest?
      Ich glaube, ich würde bei deiner Arbeit privat gar nichts mehr in die Richtung lesen wollen. Dafür bin ich zu nah am Wasser gebaut :(

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  3. Ich habe das Gefühl, dass ich die einzige bin, die von dem Buch nicht ganz überzeugt war. Dabei weiß ich nicht mal warum - ich fand es gut, sogar sehr gut, aber es hat mich einfach nicht berührt. Zumindest nicht über das Ende hinaus, es war eher ein Fall von: Buch zugeklappt und aus, obwohl es mir beim Lesen an sich gefallen hat.
    Wenn ich dann Rezensionen von anderen lese, kommt es mir immer so vor als hätte ich irgendetwas bei dem Buch versäumt. :-(

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    1. Ach nein, ich glaube nicht, dass du da was versäumt hast - vielleicht war der Zeitpunkt halt einfach nicht der Richtige um das i-Tüpfelchen für dich zu vermitteln. Oder aber deine Erwartungen waren schon so hoch, dass die gar nicht mehr hätten erfüllt werden können. Du sagst ja, dass es dir ansonsten gut gefallen hat und das ist doch das Wichtigste!

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