Review: Secrets of a Summer Night by Lisa Kleypas

Dienstag, 16. April 2013



Paperback Ausgabe 375 Seiten
ISBN 9780061259340

Serie: Wallflowers #1
Deutsche Übersetzung: Geheimnisse einer Sommernacht
Englischniveau: 1 (= leicht)





„Annabelle Peyton, determined to save her family from disaster, decides to use her beauty and wit to tempt a suitable nobleman into making an offer of marriage. But Annabelle's most intriguing--and persistent--admirer, wealthy, powerful Simon Hunt, has made it clear that while he will introduce her to irresistible pleasure he will not offer marriage. Annabelle is determined to resist his unthinkable proposition . . . but it is impossible in the face of such skillful seduction.
Her friends, looking to help, conspire to entice a more suitable gentleman to offer for Annabelle, for only then will she be safe from Simon--and her own longings. But on one summer night, Annabelle succumbs to Simon's passionate embrace and tempting kisses . . . and she discovers that love is the most dangerous game of all.“

Review
Wenn man sich  unter den Historischen Liebesromanen umsieht wird man immer wieder über den Namen Lisa Kleypas stolpern. An ihr ist kaum ein vorbei kommen, sie hat schließlich schon so einige historische Bücher geschrieben. Bei meinem ersten Vortasten in diesem Genre habe ich wagemutig von ihr gleich zwei Bücher bestellt. Das war zum einen dieses hier, Secrets of a Summer Night, und dann noch den 1. Teil der Hathaways Reihe, Mine Till Midnight. Die Wahl nach meinem ersten Lisa Kleypas Buch verlief nach dem Prinzip Augen zu und auf ein Buch zeigen und voilà, damit war es beschlossen. Ich wagte mich also an Secrets of a Summer Night.

Es sollte ein interessantes Abenteuer sein, dieses Buch. Doch gehen wir zum Anfang: vier Mauerblümchen schließen sich zusammen um sich gegenseitig bei der Suche nach einem Ehemann zu unterstützen. Liebe nimmt bei den Überlegungen nach dem perfekten Kandidaten eher eine untergeordnete Rolle ein, schließlich suchen sie alle schon so lange. Als Erste hat Annabelle das, na nennen wir es mal Glück und unterhält nun die Unterstützung ihrer neuen Freunde. Dabei ist sie bis dahin ziemlich blind durchs Leben gerannt und war zu versnobt die Chance zu sehen, die sich ihr schon lange bot. Denn Simon bat sie immer wieder aufs Neue um einen Tanz und wäre das nicht ein wunderschöner Beginn einer Liebesgeschichte gewesen? Tja, hätte sie mal lieber Ja gesagt, aber sie erwartet sich ja Besseres vom Leben.

Simon ist der positive Gegenpart zu Annabelle und würde es hier die Kategorien Held und Bösewicht geben, dann wäre Simon mit Sicherheit in Ersterer zu finden (ich möchte jetzt nicht direkt sagen, dass Annabelle dann in die letzte Kategorie gehört, obwohl, ja doch, aber dazu später noch mehr). Auf jeden Fall hat sich Simon in der Gesellschaft hochgearbeitet, wird aber von der Londoner Oberklasse nicht wirklich akzeptiert. Denn er trat nicht einfach ein Erbe an, sondern arbeitet jeden Tag aufs Neue hart für sein Vermögen, was ihm nur Unverständnis von der Gesellschaft und Annabelle entgegen bringt. Dabei ist er mit dem Erfolg aber auf dem Boden geblieben und hat es nicht nötigt mit seinem Ruhm anzugeben.

Neben Simon mochte ich besonders die übrigen Wallflowers, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Zum schüchternen Mädchen gesellen sich zwei in ihrer Art sehr direkte Amerikanerinnen, die sich in der britischen Gesellschaft nur schwer zurecht finden. Sich da zu einer Gruppe zusammen zu schließen und sich gegenseitig bei der Suche nach einem Ehemann zu unterstützen schein dabei der logische Schritt.

Und nun zum großen Manko der Geschichte: Annabelle. Selten habe ich eine Protagonistin getroffen, die mir von Anfang an so unsympathisch war. Das hätte sich zwar im Laufe der Geschichte ändern können, aber bei Annabelle ist kaum eine Charakterentwicklung zu sehen. Sie öffnet sich zwar Simon gegenüber, hält aber lange an ihren Vorurteilen fest und ist sich nicht zu schade einem, wie sie findet, passenden Mann eine Falle zu stellen um ihn in die Ehe zu locken – denn ein Titel und Vermögen stehen auf ihrer Haben-Liste ganz weit oben. Sie ist arrogant, absolut ich-bezogen und blickt liebend gerne auf andere herab, obwohl sie selbst keineswegs in der Position dafür ist. Aber mit weniger will sie sich nicht begnügen, was sehr traurig ist, wenn man bedenkt, dass sich ihre Mutter für die Absicherung ihrer Kinder aufopfert.

Ich muss aber entgegen all der Kritikpunkte zugeben, dass ich vorgewarnt worden war, dass mir das Buch bzw. die Protagonistin eventuell nicht gefallen könnten. Jedoch soll mich das nicht davon abhalten der Autorin eine weitere Chance zu geben. Ihr Schreibstil hat mich ja an sich wirklich angesprochen und Simon fand ich sehr sympathisch. Einzig Annabelle ging mir mit ihrem Getue ziemlich auf die Nerven. Dennoch freue ich mich schon auf die Fortsetzung, weil Lisa Kleypas hier gute Vorarbeit für die nächsten Bände geleistet hat. Übrigens dürfen sich im 2. Band It Happend One Autumn Lillian und Marcus zusammenraufen, wer diesen ersten Band gelesen hat wird wissen, dass diese Beschreibung durchaus auf die beiden zutrifft und dementsprechend freue ich mich schon auf ihre Geschichte. Diesen Band hier möchte ich aber schnell verdrängen und hinter mir lassen...
Inhalt und Cover © Goodreads.com

Kommentare:

  1. Ich bekomme Lisa Klypas schon seit zig Jahren immer wieder empfohlen und habe bislang noch kein einziges von ihr gekauft. Ich bin ja froh, dass ich nicht die einzige Klypas-virgin war ... jetzt muss ich wohl doch mal was von ihr holen. Aber diesen Teil hier wohl nicht ;)

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    1. An sich fand ich den Schreibstil ja nicht schlecht und ich kann zu einem Teil auch nachvollziehen warum ihre Bücher empfohlen werden, nur mit Annabelle kommt einem hier eine so unsympathische Heldin wie selten entgegegen. Und das ging leider recht vielen so, wenn man sich ein bisschen umsieht.
      Auf diesen Band könntest du wirklich verzichten, es wird schon schlimm genug werden, wenn sie einem innerhalb der Reihe wieder begegnet. Zumindest vermute ich das ^^

      'War' ist das treffende Wort - jetzt musst du nachziehen und sie mal probieren *g* bin schon gespannt, ob du ein besseres Buch erwischt!

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  2. Ich hab dich gewarnt! (Oder täusch ich mich da?) Annabelle ist wirklich eine schreckliche Protagonistin, ich kann mich auch kaum an eine Heldin erinnern, die ich so wenig leiden konnte.

    Verdräng den Band einfach und mach mit Band 2 weiter. Der ist sooooo toll! *hach*

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    1. *kleinlaut zugebe* ja du hast mich gewarnt. Aber da war das Buch schon längst hier und wo es nun mal da war... jaja, ich hätte es trotzdem besser ignoriert und hätte gleich zu Band 2 übergehen sollen *seufz* Ansonsten höre ich ja auch auf euch, ich kann mir das wirklich nur damit erklären, dass ich es schon im Regal hatte...

      Aber von Band 2 erwarte ich mir auch viel mehr! Zumindest sind mir da die Charaktere jetzt schon um vieles sympathischer :)

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  3. Ich frag mich gerade, warum diesen gottverdammten Band überhaupt gelesen hast. Ich hatte dich, so mag ich mich erinnern (ähnlich wie die liebe Irina!), ja auch gewarnt, dass Annabelle nicht gerade eine Sympathieträgerin ist. *brr* Gruselig die Frau und ihre Ich-Bezogenheit. Ein schrecklicher Band! Band 2 gehört auch zu meinen Lieblingen der Reihe, wenn auch irgendwie nur mit einer Seitenlänge voraus der dritte Band mir am liebsten in Erinnerung ist. Band 4 war ja dann leider wieder etwas enttäsuschend.

    Aber mal sehen, ihre Hathaway-Bücher werde ich wohl irgendwann auch mal anlesen, nur scheine ich irgendwie seit der Wallflower-Reihe dringends eine Kleypas-Pause zu brauchen. ;)

    Ich hoffe, dieser Band hat deiner leicht aufkommenden Historical-Phase nicht einen Dämpfer verpasst? ^^' Auch wenn ich das irgendwie nachvollziehen könnte. *hust*

    Liebe Grüße,
    Mandy

    P.S: Mail kommt morgen.

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    1. Ja doch! Schimpf doch nicht gleich mit mir *schluchz* ich höre sonst immer so brav auf euch und nehm mir die Ratschläge zu Herzen, aber die Autorin wurde mir halt mehrmals empfohlen und da habe ich von ihren Reihen jeweils den ersten Band bestellt und dann war es schon zu spät ^^ Gut, ich hätte ihn dann trotzdem nicht lesen müssen, frag mich nicht was mich da überkommen ist *augenverdreh*

      Und nein, meinem Interesse für Historicals hat dieser Band trotzdem keine Abbruch getan, ich habe danach ja wieder andere gelesen, die mir deutlich besser gefallen haben ;) und wäre doch blöd, wenn ich das Genre jetzt wieder aufgebe, wo ich doch auch da einen schönen SuB aufgebaut habe *g*

      Liebe Grüße, Melli

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  4. Erste (und vierte Bände!) sind offenbar nicht so das Ding von Frau Kleypas! :D

    Ich bin ja nur froh, dass du (noch) nicht aufgibst und Kleypas abschreibst. Das wäre wirklich ein Verlust, denn sie hat wundervolle Historicals geschrieben! :)

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    1. Na du machst mir Mut, ich habe doch noch den 1. Teil der Hathaways hier. Ist der etwa auch nicht so gut?? Dann wäre mein Start mit ihr ja wirklich blöd gelaufen...

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    2. Er ist definitiv nicht so schlimm wie der 1. Wallflowers-Band, aber ich hatte auch bei dem 1. Hathaway-Buch so meine Probleme mit der Protagonistin. Die war mir deutlich zu bestimmend und herrisch und überfürsorglich.

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    3. Ich glaube dann mache ich erst mal mit der Wallflowers Reihe weiter und gönn mir mal ein richtig gutes Buch von Lisa Kleypas bevor ich mir noch so einen 1. Teil antue, auch wenn er mit weniger negativen Punkten daher kommt ;)

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    4. Das ist sicher ne gute Entscheidung! :D

      Und wenn dir die Bände 2 und 3 der Wallflowers nicht gefallen sollten, kannste Kleypas für dich eh abhaken.

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