Review: Bayou Moon by Ilona Andrews

Mittwoch, 17. Oktober 2012



Mass Market Paperback 447 Seiten
ISBN 9780441019458

Serie: The Edge #2
Deutsche Übersetzung: Land der Schatten. Spiegeljagd
Englischniveau: 2 (= mittel │Begriffe, die erst im Laufe der Handlung erklärt werden │ komplexe Welt)




“The Edge lies between worlds, on the border between the Broken, where people shop at Walmart and magic is a fairytale–and the Weird, where blueblood aristocrats rule, changelings roam, and the strength of your magic can change your destiny…

Cerise Mar and her unruly clan are cash poor but land rich, claiming a large swathe of the Mire, the Edge swamplands between the state of Louisiana and the Weird. When her parents vanish, her clan’s long-time rivals are suspect number one. But all is not as it seems. Two nations of the Weird are waging a cold war fought by feint and espionage, and their conflict is about to spill over into the Edge—and Cerise’s life . William, a changeling soldier who left behind the politics of the Weird, has been forced back into service to track down a rival nation’s spymaster. When William’s and Cerise’s missions lead them to cross paths, sparks fly—but they’ll have to work together if they want to succeed…and survive.”

Review
Im Frühjahr 2011 hatte ich den 1. Teil dieser Reihe gelesen und war damals von dieser Welt, die Ilona Andrews hier erschaffen hat, ganz fasziniert. Ich liebe ihre Kate Daniels Reihe, aber die Edge Bücher haben wieder etwas ganz Besonderes an sich, das sich mit der anderen Reihe eben nicht vergleichen lässt. Und obwohl ich vom Vorgänger so begeistert war habe ich die Fortsetzung nie gelesen. Das hat sich nun geändert und ich habe das Buch zudem in netter Gesellschaft lesen dürfen. Meine Erwartungen waren (wieder einmal) recht hoch, schließlich weiß ich welch geniale Geschichten die Autorin schreiben kann. Der Einstieg viel mir aber etwas schwer. Ich hatte hier komplett vergessen, dass Ilona Andrews für diese Welt ganz eigene Ausdrücke und Begriffe erschaffen hat, die erst im Laufe der Handlung erklärt werden. Ein eigenes Verzeichnis dafür gibt es nicht, hilfreich wäre es aber sicherlich, schließlich hatte ich dieses Problem auch schon beim 1. Band und ich könnte mir vorstellen, dass ich auch in Zukunft darauf treffen werde. Nach wenigen Kapiteln hatte ich mich aber hier eingefunden und konnte die Geschichte zu genießen beginnen.

Das dachte ich mir zumindest, gekommen ist es dann aber doch anders. Es hatte mich zwar schon im Vorhinein überrascht wie dick dieses Buch doch ausfällt, aber da habe ich mich noch auf mehr Inhalt gefreut. Genau das ist es aber, das mit hier gefehlt hat. Die Geschichte wird unnötig in die Länge gezogen, Nebenhandlungen werden erzählt, die für die Handlung an sich keine Bedeutung haben und insgesamt fühlte sich dieses Buch nicht rund an. Es hätte durchaus interessant sein können, wenn Kapitel aus der Perspektive der Gegenspieler erzählt werden, aber für mich hatten sie keine Wichtigkeit. Ich konnte nicht verstehen, was die Autorin damit zeigen wollte, denn weder lernte man diese Personen besser kennen noch fühlte man eine Verbindung zu ihnen. Ein Teil von ihnen hat die Geschichte auch nicht überlebt, womit sich ihre Perspektiven noch überflüssiger anfühlen. Im Mittelgrund sollten eigentlich William und Cerise stehen, ihr Kennen lernen und ihr Abenteuer. Aber auch hier fühlte man sich merkwürdig fehl am Platze, fast als würde man das Geschehen nur von Außen beachten, aber an den Gefühlen der Charaktere selbst keinen Anteil nehmen können. William war mir ganz anders in Erinnerung, als er dann hier gezeigt wird. Ernsthaftigkeit zeichnet ihn nun aus, kombiniert mit Vorsicht und Unsicherheit. Cerise nimmt aber auch keinen aktiveren Part ein, sondern stellt ihr Glück in den Hintergrund. So dauert es vergleichsweise lange bis sie zueinander finden und auch danach gibt es kaum zärtliche und gefühlsvolle Momente. Überhaupt ist die Stimmung in diesem Buch eher düster, unterstrichen wird das noch vom Handlungsort selbst, einen Sumpf.

Besonders gut gefallen haben mir dafür die Kampfszenen und diese gibt es reichlich. Hier heißt es jeder gegen jeden und man begleitet die Charaktere von einer Auseinandersetzung zur nächsten. Ich möchte an dieser Stelle auch gar nicht bestreiten, dass Ilona Andrews diese Szenen gekonnt, detailliert und rasant umgesetzt hat, aber etwa ab der Hälfte des Buches haben mich auch diese Momente gelangweilt. Eben weil es nichts Neues oder Außergewöhnliches mehr war, sondern zum Standard in Bayou Moon geworden war. Bewundernswert finde ich zudem, dass Ilona Andrews das Edge hier komplett neu erschaffen hat und man es aus dem 1. Teil gar nicht wieder erkennt. Zudem stellt sie Cerise und William eine ganze Reihe an Personen zur Seite, die ihnen das Leben nicht immer erleichtern, aber doch für unterhaltsame Momente sorgen (ich denke hier besonders an Kaldar, der es sich nicht nehmen lässt um alles zu wetten).

Wer gerne noch weitere Informationen zu den Charakteren und zur Handlung haben oder ganz allgemein wissen möchte, wie mir das Buch während dem Lesen selbst gefallen hat und wie sich meine Eindrücke dazu geändert haben kann das gerne HIER nachlesen. Aber Achtung, da das Buch im Zuge einer Leserunde gelesen wurde können durchaus Spoiler vorhanden sein! Mittlerweile ist im Original der 3. Band erhältlich, Band 4 folgt demnächst, aber ich werde in dieser Reihe vorerst wohl eine Pause einlegen. Die Protagonisten würden mich zwar ansprechen, aber ich muss die Enttäuschung erst noch verdauen und ein bisschen Abstand tut da immer gut.

Bayou Moon ist das für mich bisher schwächste Buch der Autorin überhaupt. Ilona Andrews hat hier ca. 150 Seiten mehr Raum (im Vergleich zu ihren anderen Büchern) um ihre Geschichte zu entfalten und macht schlussendlich weniger daraus. Die Handlung wurde künstlich in die Länge gezogen und die Geschichte hat dadurch viel an Reiz verloren. Uneingeschränkt empfehlen kann ich jedoch den 1. Band dieser Reihe!

Inhalt und Cover © Goodreads.com

Kommentare:

  1. Hy, schöne Rezi die du schon geschrieben hast - meien ist noch nicht ganz fertig *seufz*

    Kann dir nur zustimmen mit den eigenen Begriffen von der Autorin im Buch, aber so sehr gestört hat es mich jetzt auch nicht. Finde es hat sich im Rahmen gehalten :)

    Oh JA - hier hast du total recht, was die Gefühle der Protagonisten betrifft und das man nie wirklich in das Buch oder in ein positives Gefühl kommt... noch dazu dieser furchtbare Sumpf :/ Kann ich zustimmen, würde ich auch unterschreiben *g*

    Da können wir nur hoffen, das Band 3 wieder besser wird... bzw. werde ich wohl dazwischen mal den ersten Teil der Kate Daniels Reihe versuchen :)
    lg Tina

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    1. Dankeschön :)
      Und ich bin schon gespannt auf dein abschließendes Fazit. Beim Rezensieren kommen einem oft doch noch andere Gedanken, die man festhalten möchte oder manche Aspekte erscheinen wieder in einem neuen Licht.

      Vielleicht waren die Begriffe im Deutschen wirklich besser eingebaut in die Geschichte?! Ich habe jedenfalls ein paar mal gestockt und überlegen müssen, was das jetzt sein könnte oder wie das dazu passt etc. Trotzdem bin ich froh diese Ausgabe gelesen zu haben, bei mir ist es ja meistens so, dass mir die deutschen Bücher dann doch einen Tick weniger gefallen ;)

      Übrigens habe ich jetzt erst die Tage gelesen, dass die Reihe mit Band 4 abgeschlossen sein soll. Aber die Autorin kann sich wohl vorstellen in diese Welt zurück zu kehren, aber dann eben nicht innerhalb dieser Reihe... Das könnte ja vieles bedeuten und noch ist es auch zu früh mit Vermutungen zu beginnen, weil wir die nächsten beide Bände nicht kennen, aber vielleicht kommt dann ja die Jugend dran? Würde mich zumindest freuen ;)

      Liebe Grüße, Melli

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    2. Weiß noch nicht genau, wann ich es posten werde, da ich es erst zu Ende schreiben muss, aber du hast recht, beim Rezi schreiben bekommt man wieder eine neue Sicht auf das Buch. :)

      Kann schon sein, dass sie das im deutschen etwas mehr angepasst haben und ich hatte deswegen weniger Probleme - I don't know. Ist ja auch egal *g*

      okay - das hört sich doch viel verprechend an, aber eigentlich ist es mir egal was sie schreibt, solange es für Adults ist und auch Fantasie dabei ist - dann bin ich schon fast glücklich xD

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    3. So gehts mir auch, da lese ich dann immer wieder gerne Bücher von ihr :) Wobei ich bei ihr sogar einem Genrewechsel einen Versuch geben würde *g*

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    4. Ja, ich glaube einen Genrewechsel würde ich ihr von Fantasie auf weiß nicht, Dystopie oder ohne Fantasie auch noch zugestehen, aber auf alle Fälle sollte es was für Erwachsene mit Erotikszenen sein *lol*

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