Review: Steam & Magic. Feuerspiel by Cindy Spencer Pape

Freitag, 14. September 2012

Description:
London, Mitte des 19. Jahrhunderts: Bis in die finstersten Ecken der Stadt ist Sir Merrick Hadrian bekannt und gefürchtet. Mit neuartiger, dampfbetriebener Technologie und verwegenem Mut jagt er alles, was sich zwischen dem Diesseits und dem Jenseits tummelt. Doch die fünf Straßenkinder, die er bei sich aufnimmt, bringen ihn an seine Grenzen. Seine Rettung ist die bezaubernde Gouvernante Caroline Bristol, die bald nicht nur Merricks Zöglinge in Atem hält. Aber ihrem geheimnisvollen Arbeitgeber bleibt wenig Zeit, Carolines Herz zu erobern, denn die Dämonen der Unterwelt rüsten sich zu einem vernichtenden Angriff. Merrick kann sie nur mit Carolines Hilfe und ihrer verborgenen magischen Gabe besiegen...

Review:
Steam & Magic macht es einem eigentlich nicht leicht – es verspricht sich im Genre Steampunk hervorzuheben und etwas Besonderes zu sein, seinen Leser zu fesseln und auf eine rasante Reise mitzunehmen. Eingetreten ist davon leider nichts, zumindest von meiner Seite her war die Enttäuschung dann doch groß. Ich möchte gar nicht abstreiten, dass sich die Geschichte gut und auch schnell lesen lässt, nach ein paar Einstiegsschwierigkeiten und einer Gewöhnungsphase an den Schreibstil der Autorin kam ich gut voran und fühlte mich in dieser Welt auch wohl. Aber Wohlfühlen alleine reich nicht und auch wenn es keinen großen Kritikpunkt gibt, so haben sich doch mehrere kleine Aspekte gefunden, die mich beim Lesen gestört haben. Und zusammen genommen führen sie zu dieser Bewertung und meinem Fazit, dass Steam & Magic wohl das einzige Buch dieser Reihe bleiben wird, das ich lese.

Alles beginnt bereits mit dem Setting, das nicht überzeugen konnte. Von Steampunk-Elementen weit und breit keine Spur, vielmehr fühle ich mich in einen historischen Roman versetzt, der hin und wieder mit einer paranormalen Facette aufwartet. Dabei hätten mich genau solche technischen Erfindungen und Entwicklungen überzeugen können. Ein weiterer Aspekt findet sich bei der Gruppe von Kindern und Jugendlichen, die Sir Merrick auf den Straßen Londons kennen lernt und schließlich bei sich aufnimmt. Sie verfügen über besondere Fähigkeiten und sind in ihrer Persönlichkeit einzigartig. Cindy Spencer Pape hat sich hier sehr bemüht eine interessante Gruppe zu schaffen, die sich perfekt ergänzt und zu einer Familie wird. In dieser Hinsicht konnte mich die Autorin überraschen und man kann gar nicht anders als die Kinder in sein Herz zu schließen. Leider nimmt die Ausbildung von Benehmen und Höflichkeit mehr Platz ein als erwartet. Die Handlung beginnt zwar rasant und kampfreich, verfällt dann aber leider nur allzu schnell in Langeweile.

Als Hauptcharaktere hätten wir einen Ritter vor uns, der ebenfalls übernatürliche Fähigkeiten hat und eine Gouvernante, die ihre Kräfte nicht mal selbst zu kennen scheint. Auch in dieser Hinsicht gab es viel Potential, das die Autorin ungenutzt verstreichen lässt. Für mich war die Anziehungskraft zwischen Sir Merrick und Caroline einfach nicht nachvollziehbar: er hatte ihre Schönheit zwar schon vorher erkannt, aber erst nachdem sie nicht länger als graues Mäuschen herum lief machte er einen ersten Schritt auf sie zu. Zeit für sich alleine hatten sie kaum und da ist es nicht verwunderlich, wenn man sich fragt, warum genau sie sich zueinander hingezogen fühlen. Allgemein glaube ich, dass dieses Buch an sich mehr Raum gebraucht hätte. Die Geschichte umfasst zwar gut 350 Seiten, aber bei der Charakterentwicklung ist davon nichts zu bemerken.

Nicht nur die Charaktere selbst konnten nicht überzeugen, auch die Handlung lässt zu wünschen übrig. Vampire arbeiten plötzlich zusammen und es scheint so, als wäre im Hintergrund noch jemand anderes darin verwickelt. Nun liegt es an Sir Merrick diese Bedrohung zu untersuchen und eine Lösung zu finden. Hier hätten spannende Kampfszenen hilfreich sein können, aber vielmehr werden diese Szenen zu Lückenfüllern. Spannung und Nervenkitzel ist etwas anderes und das überhetzte Ende lässt keinen Raum um die Handlung zu einem befriedigenden Ende zu bringen.

Alles in allem kommen leider zu viele Kritikpunkte zusammen und das soll bei einem Buch, das begeistern möchte einfach nicht der Fall sein. Lässt man die fehlenden Steampunk-Elemente außer Acht und geht nicht mit zu hohen Erwartungen an dieses Buch könnte es bei anderen Lesern durchaus Gefallen finden. Nur meiner Vorstellung entsprach es absolut nicht, hatte ich doch mit einem ganz anderen Genre und Ausführung gerechnet. Wer aber eine Geschichte sucht, die zurück ins viktorianische Zeitalter versetzt wurde und paranormale Elemente enthält wird hier fündig werden. Ich dagegen werde mein Glück mit anderen Büchern versuchen, die ebenfalls mit Steampunk werben und hoffen, dass ich dort mehr Glück habe.

Rating: C

Buchinfos:
Paperback, 352 pages
Published May 9th 2012 by Heyne Verlag
ISBN 9783453529908
Series: Gaslight Chronicles #1 (OT: Steam & Sorcery)

Inhalt und Cover © Goodreads.com

Kommentare:

  1. Das klingt ja schon etwas ernüchternd. Schade, ich bin an dieser Reihe auch sehr interessiert. Aber jetzt habe ich schon ein bisschen Angst, dass meine Erwartungen enttäuscht werden. Deine Kritik klingt wirklich sehr plausibel. Ich überleg mir das nochmal =)

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    1. Für mich war es wirklich ernüchternd, aber wenn es dich anspricht würde ich den Versuch dennoch wagen. Ich kenne nämlich viele, denen es besser gefallen hat und die es nicht störte, dass der Steampunktanteil so gering war. Wenn du aber auf der Suche nach Steampunkbüchern bist gibt es sicherlich bessere ;)

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  2. Habe das Buch letzte Woche auch gelesen, Rezi dauert aber noch etwas (ist aber schon gschrieben). Ganz eindeutig ein hist.LiRo und kein Steampunkroman, hat sich nett weglesen lassen, aber ich werde wohl auch nicht erfahren, was zukünftig aus den Figuren wird. Dafür stand doch zu wenig Steampunk im Mittelpunkt. Als Genrecross fand ich es aber gut, eben mal was anderes zwischen Quinn, Milan, Brockway und Co. ;-)

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    1. Genauso sehe ich es auch - das ist definitiv kein Steampunkbuch. Mit der richtigen Vermarktung würde es vielleicht mehr Zuspruch finden, auf jeden Fall könnte man Enttäuschungen vermeiden.
      Und zu all den historischen Büchern kann ich ja gar nichts sagen bzw. keinen Vergleich ziehen, aber vom Gefühl her würde ich meinen, dass es auch in diesem Genre nicht den großen Erfolg haben dürfte?!

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    2. Na ja, von der Story her nicht unbedingt, da ist es in der Beziehung zu spannungslos und bissl altbekannt. Wer aber das Genre gerne liest und mal etwas anderes sucht, ist schon gut bedient. Da muss man auch kein Fantasy/Steampunkfan sein, da beides ja ziemlich unter geht.

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