Review: Shadow Falls Camp. Geboren um Mitternacht by C. C. Hunter

Montag, 9. Juli 2012

Description:
Sie hat keine Ahnung, wer sie ist und welche Kräfte in ihr stecken. In Kylies Leben geht alles schief: Ihre Eltern lassen sich scheiden, ihr Freund hat Schluss gemacht, und ihre Mutter schickt sie auch noch in ein Sommercamp. Doch Shadow Falls ist anders: Hierher kommt nur, wer übernatürliche Kräfte hat – Feen, Hexen, Vampire, Gestaltwandler und Werwölfe. Auch Kylie soll besondere Fähigkeiten haben – wenn sie nur wüsste, welche. Doch plötzlich wird das Camp bedroht. Nur, wenn sie alle ihre besonderen Kräfte gemeinsam einsetzen, werden sie die übermächtigen Feinde besiegen können.

Review:
Shadow Falls Camp. Geboren um Mitternacht hatte ich bereits länger auf meiner Merkliste, schon das Original wollte ich lesen und dementsprechend habe ich mich gefreut, als die Übersetzung angekündigt wurde. So wollte ich auch mit dem Lesen gar nicht lange warten und freute mich, dass mir bei Blogg dein Buch das Glück hold war. Erwartet hatte ich eine Geschichte, die mich regelrecht mitreißt und mich die Zeit vergessen lässt. Die mich gefangen nimmt und auf eine emotionale Achterbahnfahrt mitnimmt. Gut, bekommen habe ich nicht unbedingt was ich erwartet habe, aber zur großen Enttäuschung wurde das Buch dann auch wieder nicht.

C. C. Hunter hat es geschafft sich mit ihrem Werk ein bisschen durch zu mogeln, es ist nichts Ganzes und nichts Halbes, dennoch kann sie das Interesse ihrer Leser für sich gewinnen. Etwas halbherzig mutet die Ausgangssituation für Kylie an, die in ein Sommercamp für, tja für wen eigentlich, geschickt werden soll. Sie wird in dem Glauben gelassen es wäre für Problemteenager, aber wenn man darüber nachdenkt wissen auch ihre Eltern nicht genau was hinter dem Shadow Falls Camp steckt. Ich weiß nicht mehr wer genau es war, der dieses Buch als langen Prolog zur eigentlichen Geschichte bezeichnet hat, aber im Nachhinein kann ich diese Beschreibung nicht nur verstehen, sondern auch bestätigen. An sich passiert hier nämlich nicht viel: Kylie setzt sich mit der Welt des Übernatürlichen auseinander, muss erst noch lernen diese zu akzeptieren und sucht anschließend ihren Platz darin; diverse übernatürliche Gruppen lernen einander kennen und auch miteinander auszukommen; Kylie wird von mehreren Jungs umworben und sie nimmt sich die Zeit über jeden von ihnen ausführlich nachzudenken und mal probe zu küssen.

Die Charaktere empfand ich durchwegs als interessant, wenn auch manchmal als Klischeehaft. Dazu kommt noch der Ansatz einer Dreiecksgeschichte, die aber noch nicht voll zum Tragen kommt. Das wird sich wohl erst in den Folgebänden zeigen, aber ich muss sagen mich hat dieser Aspekt dieses Mal gar nicht so gestört. Natürlich habe ich bereits meinen Favoriten, den ich gerne an Kylies Seite sehen möchte, aber beide sind auf ihre Weise faszinierend und was wichtiger ist, Kylie scheint beiden viel zu bedeuten. Und hier kommt das Klischee ins Spiel, denn wie könnte es anders sein haben wir einmal den Bad Boy und auf der anderen Seite den netten Jungen von nebenan, der gut in die Gemeinschaft integriert ist und von allen gemocht wird. Zu Kylies besten Freundinnen werden eine Hexe und eine Werwölfin, die sich täglich in den Haaren liegen. Kylie fungiert hier als eine Art mittlere Schwester und schlichtet die Auseinandersetzungen meist. Kylies Eltern sind der nächste Faktor, der erwähnt werden sollte. Ihre Rollen werden im Laufe der Geschichte ausgetauscht, plötzlich verhält sich eine/r der beiden untypisch, während der andere Elternteil fürsorglich wird. Sympathisch fand ich beide nicht, wirkten sie doch eher so, als hätten sie kein Interesse am Leben ihrer Tochter.

Zudem wird Shadow Falls von vielen Seiten mit der House of Night Reihe verglichen, wobei ich das nicht wirklich nachvollziehen kann. In der House of Night Reihe legt das Autorenduo besonderes Augenmerk auf die Jugendsprache, die übertrieben und erzwungen wirkt. Flüssiges lesen war für mich da gerade zu Beginn eines Buches nie möglich, vielmehr habe ich jedes Mal eine Gewöhnungszeit gebraucht. Im Gegensatz dazu liest sich Geboren um Mitternacht sehr flüssig, die Charaktere versuchen ihre Aussagen nicht künstlich zu verändern, sondern wirken in dieser Hinsicht authentisch. Wobei es zu den Charakteren hier auch nicht gepasst hätte, wenn sie mit typischen Teenagerausdrücken aufgetaucht wären. Auch von der übrigen Thematik kann ich keine Gemeinsamkeiten finden – weder spielt in Geboren um Mitternacht ein Stundenplan/Lernen der Geschichte ihrer Art oder ihrer Fähigkeiten eine Rolle, noch gibt es Rituale, die bis ins Detail zelebriert werden.

Trotz dieser Kritikpunkte hatte dieses Buch eine gewisse Faszination auf mich. Gelesen habe ich es schließlich an einem Tag und nur mit kurzen Unterbrechungen. Was genau mich daran aber so gefesselt hat kann ich nicht benennen, es war wohl auch die Stimmung, die eine Ruhe ausstrahlte und die Natürlichkeit der Geschichte. Es gibt keine Szenen, die negativ auffallen oder störend gewirkt hätten, die Handlung ist flüssig und angenehm zu lesen. Der große Konflikt blieb leider aus und damit auch emotionale Höhepunkte, sodass ich zwar das Gefühl hatte auf der Stelle zu treten, aber weder während dem Lesen noch jetzt im Nachhinein empfinde ich das als störend. Schlussendlich habe ich das Buch gerne gelesen, aber bleibende Eindrücke hinterlässt es leider nicht.

An und für sich kann ich verstehen, wenn Leser dieses Buch nicht mögen. Die Autorin bietet eine Art Beständigkeit, aber sicherlich nicht jene neuen Aspekte, auf die man sich gefreut haben mag. Dennoch würde ich dem nächsten Band eine Chance geben, einfach in der Hoffnung, dass die Autorin das Ruder noch herum reißen kann und der gesamten Welt mehr Tiefe und Dramatik verleiht. Die Fortsetzung muss dann aber wirklich überzeugen und fesseln. Falls das nicht der Fall sein sollte dann wird mir wohl nichts anderes übrig bleiben, als die Reihe danach aufzugeben. Denn mehrere Bücher einer Reihe lesen, die ohne richtige Handlung auskommen wollen ist mir dann doch zu schade. Aber ich will es ja nicht verschreiben und hoffe, dass die Autorin nun Gas gibt, ein paar Konflikte einbaut und auch überraschende Wendungen.

Rating: C+

Buchinfos:
Klappenbroschur, 512 pages
Published June 15th 2012 by Fischer FJB
Series: Shadow Falls #1 (OT: Shadow Falls)

Inhalt und Cover © Goodreads.com

Kommentare:

  1. Schöne Rezi, die kann ich total unterschreiben!
    Ich fand Geschichte auch nett, aber nicht überwältigend und war etwas davon überrascht, wie wenig in ihr passiert. Aber am Ende war ich doch angetan genug, um auf den zweiten Teil gespannt zu sein. Besonders darauf, was mit einer bestimmten Figur ist und noch sein wird! ;-)

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    1. Ich hatte jetzt leider das Pech, dass ich gleich zwei Bücher hatte in denen die Handlung gleich Null war - da fällt es halt noch stärker ins Gewicht :/ Ganz nachvollziehen kann ich die positive Resonanz noch nicht, aber wie gesagt, das kommt hoffentlich mit der Fortsetzung.
      Aber es beruhigt mich zu sehen, dass es dir auch so ging mit dem Buch... jetzt ist nur zu hoffen, dass die Fortsetzung nicht allzu lange auf sich warten lässt :)

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  2. Ich habe es mir vor kurzem ertauscht und kann es gar nicht erwarten, mir eine eigene Meinung zu bilden.
    Sehr schöne Beschreibung, auch der Kritikpunkte - und toll ist, dass du der Fortsetzung eine Chance gibst :-)

    glg
    Steffi

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    1. Dankeschön :) und was ich bis jetzt über die Fortsetzung gehört habe soll sie sich wirklich noch zum Positiven hin wenden und vor allem bei den Charakteren ausbauchen. Meine Neugierde ist auf jeden Fall geweckt, aber erstmal wünsche ich dir viel Spaß beim Lesen und freue mich auf deine Meinung!

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  3. Eine sehr gut geschriebene Rezension mit einer gut begründeten Meinung. Dieses Buch steht trotz der vielen mittelmäßigen Bewertungen noch auf meiner Wunschliste und ich bin gespannt, ob es mir ähnlich oder vielleicht besser gefallen wird.

    Liebe Grüße, Diti

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    1. Danke für deine lieben Worte, Diti!
      Ich kann gut nachempfinden, wenn die Enttäuschung zu diesem Buch groß ist, aber Gesamt gesehen sind die Ansätze doch interessant - ich würde das Buch also durchaus empfehlen und wünsche dir viel Spaß beim Lesen :) und wenn dich 'Geboren um Mitternacht' nicht ganz überzeugen, aber doch neugierig machen sollte dann solltest du auch der Fortsetzung eine Chance geben!
      Auf deine Meinung bin ich auch neugierig :)
      liebe Grüße

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